INES – mobile Schule

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Pater Florian und sein Team vor Ort in Illeret haben in Gesprächen mit den Nomadenfamilien festgestellt, dass Daasanach-Eltern einen Schulbesuch ihrer Kinder befürworten, wenn die Schule zu ihnen kommt und mit ihnen mitzieht.

Es ist daher Aufgabe, eine flächendeckende grundlegende Schulausbildung im Stammesgebiet der Daasanach auf der Ostseite des Turkanasees zu initiieren, die den nomadischen Lebensstil sowie die spezifischen Interessen und Bedürfnisse der Daasanach berücksichtigt.

Mit den INES-Schulen können in den Foras (die vorübergehenden Siedlungen der Vieh-Nomaden) Bildungsangebote entstehen. Neben den drei Kulturtechniken – Lesen, Schreiben, Rechnen – werden auch Lebensbereiche wie Hygiene, Viehhaltung und -verwertung, Umgang mit Geld, technisches Wissen, Wassergewinnung usw. als Lernfelder bearbeitet. Zudem werden Grundkenntnisse in Kisuaheli und Englisch aufgebaut.

Die neuen, an die Kultur der Daasanach angepassten Lernmaterialien basieren auf der MGML-Methodology und ihren Lernleitern. Sie werden vom INES-Entwicklungsteam in Illeret konzipiert und hergestellt. Über das Lernmaterial und sogenannte „Barfußlehrer“ entstehen mobile Schulen, die von einem Esel transportiert werden und mit den Familien mitziehen. Malteser International hat in Zusammenhang mit ihrem „Rainwater Harvesting Project“ in der Region drei Gebäude errichtet und stellt diese nun dem INES-Team als erste Modellschulen zur Verfügung. Hier werden die Lernmaterialien für die Nomadenkinder getestet. Nach einer erneuten Überarbeitung der Lernmaterialien werden „Community Lehrer“ ausgebildet, die dann in den Foras mit den Kindern der Daasanach vor Ort Lernprozesse individualisiert anbieten. Die „Community Lehrer“ sind selbst Nomaden. Sie können sich über ihren eigenen Schulbesuch und die INES-Lehrerausbildung entsprechend qualifizieren.